Bestattungskulturen

Der Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen spielt in allen Kulturen eine wichtige Rolle. Dabei gibt es allerdings wesentliche Unterschiede in den verschiedenen Bestattungskulturen. Oftmals richten sich die Rituale und Traditionen nach dem Glauben des Verstorbenen bzw. der Hinterbliebenen. Je nach Glaubenszugehörigkeit finden sich Beisetzungsabläufe, die sich grundlegend voneinander unterscheiden. Auch innerhalb einer bestimmten Bestattungskultur kommt es im Wandel der Zeit zu Entwicklungen. Dies kann die Bestattungsart betreffen, ebenso wie örtliche Gegebenheiten, die einige Rituale in Deutschland nur bedingt möglich machen.

Bestattungskulturen im Wandel der Zeit

Im Zuge der Globalisierung finden sich Menschen aller Kulturen zusammen. Dies spiegelt sich auch in der Art und Weise, wie sie zur letzten Ruhe gebettet werden, wider. In Deutschland beispielsweise ist längst nicht mehr nur die traditionell in der Kirche ausgerichtete katholische oder evangelische Beerdigung üblich – mittlerweile haben viele andere Bestattungskulturen ihren Weg in die Gesellschaft gefunden. So ist es Menschen zahlreicher Glaubensrichtungen möglich, nach den eigenen Ritualen und Traditionen beigesetzt zu werden. Gerade in größeren Städten und Gemeinden gibt es heutzutage eigens dafür errichtete Bereiche. Viele Bestattungsunternehmen schließen sich dem an und bieten Beerdigungen nach unterschiedlichen Bestattungskulturen an.

Bestattungskulturen im Wandel der Zeit

Bestattungskulturen in aller Welt

Lockerungen der Bestattungsgesetze in Deutschland sowie alternative Bestattungsformen tragen ebenfalls einen Teil dazu bei, dass Bestattungskulturen dem Wandel der Zeit unterliegen, sich also stetig verändert haben und dies auch kontinuierlich weiterhin tun werden. Einige Traditionen, die noch vor wenigen Jahren nicht möglich gewesen wären, sind es heute. Ein gutes Beispiel hierfür ist die sogenannte Sargpflicht, welche unter bestimmten Bedingungen gelockert bzw. abgeschafft werden kann.

Wie also werden die Toten in verschiedenen Glaubensgemeinschaften und Religionen beigesetzt? Wie unterscheiden sich diese Traditionen und Rituale von denen, die uns weitläufig bekannt sind? Erfahren Sie auf dieser Seite alles über die jeweiligen Bestattungskulturen – von der katholischen und evangelischen bis hin zur muslimischen, jüdischen, hinduistischen und buddhistischen Trauerbewältigung.

Bestattungskulturen in aller Welt

Katholische Beerdigung: Rituale und Ablauf

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, schmerzt dies und bedeutet großen Verlust. Bei der Planung und Gestaltung der anstehenden Bestattung ist besondere Sensibilität gefragt, denn der Glaube des Verstorbenen spielt hier eine wichtige Rolle. Eine katholische Beerdigung folgt bestimmten Bestattungsritualen, die es zu beachten gilt. Im Christentum bedeutet der Tod nämlich nicht das Ende – vielmehr beginnt damit das ewige Leben bei Gott. Somit sind viele Aspekte einer katholischen Beisetzung auch ein Ausdruck der Hoffnung. Traditionell für katholische Beerdigungen sind Erd- oder Feuerbestattungen. Bei Letzterem wird die Asche des Verstorbenen in einer Urne beigesetzt.

Im Zeichen der Hoffnung: katholische Bestattungsrituale

Die katholische Beerdigung – oder auch Exequien – findet nach kirchlichen Vorgaben an drei Stationen statt: Im Haus des Verstorbenen oder der Friedhofshalle, am Grab selbst und in der Kirche. Diese Reihenfolge wird jedoch heutzutage oftmals nicht mehr eingehalten. Stattdessen variieren die Stationen je nach örtlichen Gegebenheiten und Wünschen der Angehörigen. So werden inzwischen Gottesdienst und Trauerfeier häufig zusammengelegt.

Dabei ist die Totenmesse – auch Requiem genannt – der wichtigste Bestandteil einer katholischen Beisetzung. Während der Heiligen Messe können Familie und Freunde ein Gefühl der Verbundenheit mit den Verstorbenen herstellen. In der Regel wird das Begräbnis von einem Priester oder Diakon geleitet. In vielen Gemeinden dürfen inzwischen auch Pastoral- oder Gemeindereferenten die Leitung einer Beerdigung übernehmen.

Weitere bekannte Rituale beinhalten die Segnung der Grabstelle und des Sarges durch Weihwasser und Kreuzzeichen sowie die Möglichkeit für die Trauergemeinde, Erde oder Blumen in das Grab zu werfen. Dabei verweilen viele für ein kurzes Gebet in Gedenken an den Verstorbenen, ehe sie – wenn nicht anders von den Angehörigen gewünscht – ebenjenen Ihr Beileid aussprechen.

Pietät am Dornbusch: Ihr Begleiter für eine würdevolle katholische Beerdigung

Wir von der Pietät am Dornbusch beraten Sie bei der Planung und Organisation einer katholischen Beerdigung. Hierbei gehen wir besonders sensibel vor und beachten gleichzeitig die speziellen Bestattungsrituale, um Ihrem geliebten Menschen würdevoll die letzte Ehre zu erweisen. Kontaktieren Sie uns gerne für ein erstes Gespräch.

Katholische Beerdigung
Katholischer Weinkelch mit Brotbehälter

Evangelische Beerdigung

Religion kann in Zeiten der Trauer um den Tod eines geliebten Menschen eine unabdingbare Stütze für die Hinterbliebenen darstellen und immense Kraft spenden. Gerade für gläubige Christen bedeutet der Tod lediglich das Ende des irdischen Lebens. Eine evangelische Beerdigung zelebriert und gedenkt diesem Glauben. Erfahren Sie hier mehr über den Ablauf einer solchen Beerdigung und wie die Pietät am Dornbusch Ihnen dabei fachkundig und empathisch zur Seite stehen kann.

Evangelische Beerdigung: Ablauf der Trauerfeier und Bestattung

Eine evangelische Beisetzung ähnelt einer katholischen in vielerlei Hinsicht, unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten auch von dieser. So war die Erdbestattung lange Zeit die traditionelle Form des Begräbnisses, um die Auferstehung des Körpers zu gewährleisten. Mittlerweile sind in der evangelischen Kirche jedoch auch Feuerbestattungen und dementsprechend ebenso See- oder Baumbestattungen möglich. Generell sind keine Bestattungsformen fest vorgeschrieben.

Der Ablauf der protestantischen Beerdigung richtet sich oftmals nach den Wünschen der Angehörigen des Verstorbenen. Die Trauerfeier und Beisetzung sind eine Quelle des Trostes für Familie und Freunde. Dabei begleitet Sie ein Pfarrer oder freier Redner. Der Gottesdienst findet im evangelischen Glauben üblicherweise im Rahmen der Trauerfeier statt, ehe der gemeinsame Gang zum Grab stattfindet. Hier haben die Trauernden nochmals die Möglichkeit, sich vom geliebten Menschen zu verabschieden und ihm die letzte Ehre zu erweisen.

Pietät am Dornbusch: Ihr starker Partner für eine evangelische Beerdigung

Die Pietät am Dornbusch steht Ihnen mit Einfühlungsvermögen und professioneller Handhabung in dieser besonders schweren Zeit zur Seite. Wir planen mit Ihnen gemeinsam die Organisation und den Ablauf einer evangelischen Beerdigung. Dabei berücksichtigen wir Ihre speziellen Wünsche sowie die des Verstorbenen. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf, um ein erstes Gespräch zu vereinbaren.

Evangelische Bestattung
Evangelische Beerdigung

Muslimische Beerdigung

Eine muslimische Beerdigung folgt einem Ablauf mit festen Regeln. Einige dieser islamischen Bestattungsrituale sind nur bedingt in Deutschland erlaubt. Daher ist es noch immer üblich, dass Verstorbene in ihr Heimatland bzw. das ihrer Eltern überführt werden, um dort traditionell beigesetzt werden zu können. In Deutschland war die Bestattung ohne Sarg – wie sie im Islam üblich ist – lange Zeit verboten, doch 2003 wurde die Sargpflicht gelockert, sodass vielerorts – gerade in Großstädten mit einem hohen Anteil an Muslimen – bestimmte Bereiche auf Friedhöfen für die Beisetzung gläubiger Muslime vorgesehen sind. Entsprechend bieten einige Bestatter die Beisetzung nach traditionellen islamischen Beisetzungsritualen auch in Deutschland an. Zwar ist vorgesehen, dass die Beisetzung so schnell wie möglich stattfindet, dies ist in Deutschland jedoch per Gesetz frühestens nach 48 Stunden möglich.

Islamische Bestattungsrituale

Nach dem Tod findet zunächst die rituelle Waschung statt. Dies geschieht dreimal hintereinander in einer vorgegebenen Reihenfolge und wird nach Brauch bei Männern von einem Mann übernommen und bei Frauen von einer Frau. Anschließend wird der Körper in weiße Leinentücher eingewickelt, in denen die Toten auch beigesetzt werden sollen.

Vor der eigentlichen Beerdigung versammelt sich die Gemeinschaft zum rituellen Totengebet sowie zur Freisprechung vor der Gemeinde, bei der dem Toten all seine Sünden verziehen werden. Anschließend wird der Verstorbene zum Grab getragen. Der Verstorbene liegt dabei auf der rechten Seite. Der Kopf muss Richtung Mekka zeigen, zur sogenannten Kaaba, dem „Haus Allahs“. Die Hinterbliebenen lesen Koransuren, bevor der Körper mit Holzbrettern bedeckt und das Grab zum Schluss von der Trauergemeinde mit Erde gefüllt wird.

Traditionelle muslimische Beerdigung – auch in Deutschland

Inzwischen ist eine Beerdigung nach muslimischen Ritualen in Deutschland vielerorts möglich, sodass gläubige Muslime nicht immer in ihre jeweiligen Heimatländer überführt werden müssen, um nach traditionellen islamischen Bestattungsritualen beigesetzt zu werden. Bei der Pietät am Dornbusch informieren und beraten wir Sie hierzu mit dem nötigen Feingefühl.

Muslimische Beerdigung
Innenhof einer Moschee

Bestattung im Buddhismus

Aufgrund der unterschiedlichen buddhistischen Strömungen findet sich kein einheitliches Bestattungsritual. Oft findet eine Feuerbestattung mit anschließender Beisetzung statt. Erdbestattungen sowie die Beisetzung der Asche im Fluss sind ebenfalls erlaubt. In manchen Gebieten wird auch die Feuerbestattung auf einem Scheiterhaufen vollzogen, in Tibet ist die Himmelbestattung ebenfalls noch gängig.

Im Buddhismus herrscht der Glaube an Wiedergeburt vor. Das heißt, dass das Leben des Menschen mit seinem Tod nicht gänzlich beendet ist, sondern lediglich in einer anderen Form von Neuem beginnt. Der Verlauf bis zu einer Reinkarnation kann bis zu 49 Tage dauern. Die Bestattung im Buddhismus und die damit einhergehenden Trauerrituale zielen entsprechend darauf ab, den Verstorbenen im Prozess zur Wiedergeburt zu unterstützen.

Buddhistische Bestattungsrituale im Überblick

Nach Tradition werden die Verstorbenen bis zu drei Tage lang zu Hause aufgebahrt. Die Länge dieser Aufbahrung hängt in Deutschland von den Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes ab.

Buddhisten glauben, dass der Prozess des Sterbens über den letzten Atemzug hinaus andauert. Demnach befindet sich das Bewusstsein des Verstorbenen in einer Art Ohnmachtszustand, sodass der Verstorbene die ersten 30 Minuten lang nicht berührt werden darf. Dies soll verhindern, dass das Bewusstsein verstört wird. Körperlicher Kontakt wird generell während der Aufbahrungszeit vermieden, ebenso wie Tränen. Stattdessen soll ein lebensbejahender und fröhlicher Umgang beim Übergang ins nächste Dasein helfen.

Einhergehend mit der Aufbahrung finden Meditationen, Predigten sowie Trauergesänge statt. Diese sollen dem Verstorbenen positive Gedanken mitgeben und ihn auf dem Weg zu einer möglichst guten Wiedergeburt unterstützen. Die Rituale werden abwechselnd von Angehörigen sowie Mönchen vollzogen.

Buddhismus: alternative Form der Bestattung

Die Bestattung im Buddhismus mit all ihren Ritualen und Traditionen mag für manche befremdlich wirken, ist jedoch lediglich eine andere Art, zu trauern und sich von den Verstorbenen zu verabschieden. Dabei wird vor allem Wert auf das Prinzip der Reinkarnation gelegt.

Buddhistische Bestattungsrituale
Buddhistisches Bestattungsritual mit Kerzen und Räucherstäbchen

Beerdigung im Judentum

Nach jüdischem Glauben kann die Seele den Körper erst nach dem Begräbnis verlassen. Deshalb soll die Beerdigung im Judentum möglichst schnell vollzogen werden. In Deutschland ist dies jedoch nur bedingt möglich, da der Körper laut Gesetz erst nach 48 Stunden beigesetzt werden darf. Dennoch sind die meisten Bestattungsrituale des Judentums in Deutschland durchführbar. Traditionell findet eine Erdbestattung statt, in manchen Gemeinden ist die Feuerbestattung inzwischen ebenfalls erlaubt.

Bestattungsrituale im Judentum: Ablauf und Bräuche

Dem Ablauf der traditionell jüdischen Bestattung folgend, darf der Körper des Verstorbenen nicht mehr berührt werden, nachdem man ihm die Augen verschlossen hat. Der Körper wird zudem mit einem weißen Tuch bedeckt und es wird eine Kerze angezündet. Die Chewra Kaddischa (heilige Bruderschaft) ist für die Bestattung zuständig. Sie ist es auch, die die rituelle Reinigung durchführt, sodass der Körper anschließend in ein weißes Gewand eingehüllt werden kann. Bis zur eigentlichen Beisetzung bewacht ein sogenannter Schomer den Verstorbenen.

Die Trauerfeier beginnt mit Gesang und einer anschließenden Trauerrede des Rabbiners. Danach wird der Verstorbene zu Grabe getragen. Ein Zeichen der Trauer stellt das Verrichten der sogenannten Kria dar, bei der die Gemeinde ihre Kleidung am Hals ein wenig einreißt. Am Ende der Beisetzung werfen die Anwesenden drei Hände Erde ins Grab, worauf das Totengebet folgt.

Im Zeichen des Lebens: Beerdigung im Judentum

Im Gegensatz zu anderen Glaubenstraditionen wird das Grab nach der Beerdigung im Judentum nicht mit Blumen oder anderen Dingen geschmückt. Stattdessen werden kleine Steine auf das Grab gelegt, die die Trauer der Angehörigen zum Ausdruck bringen sollen. Ein weiterer Teil jüdischer Trauerkultur ist die sogenannte Schiwa, die sieben Tage lang andauert. Währenddessen wird sich Vergnügungen enthalten und nicht gearbeitet. Anschließend folgt der Trauermonat Schloschim. Lediglich der Sabbat und eventuell in diesen Zeitraum fallende Feiertage bilden eine Ausnahme während der Trauerzeit.

Jüdische Bestattung
Jüdische Bestattungsrituale

Bestattung im Hinduismus

Der Tod bedeutet im Hinduismus kein trauervolles Ende, sondern Befreiung und den Übergang in eine neue Existenz – denn wie auch im Buddhismus glauben Hindus an die Wiedergeburt. Viele der Rituale für eine Bestattung im Hinduismus sind entsprechend auf diesen Prozess ausgelegt. Außerdem besitzen Hindus einen tiefen Glauben an Karma, welches sie zu Lebzeiten mit guten Taten erlangen möchten. So gelingt es ihnen, den Kreislauf aus Leben und Tod zu durchbrechen – das Ziel ist es nämlich, irgendwann einmal ins sogenannte Brahma-Nirwana zu gelangen. Dort werden sie eins mit dem Ewigen.

Bestattungsrituale im Hinduismus

Direkt nach dem Tod wird der Körper eines Hindus mit dem Kopf in Richtung Süden gelegt. Anschließend erfolgen die rituelle Reinigung sowie die Salbung des Leibs durch die Angehörigen. Zum Schluss wird der Verstorbene in Tücher gehüllt, welche vorher in heiliges Wasser getaucht wurden. Dies stellt die Vorbereitung für die eigentliche Bestattung dar.

Da die Hindus an Wiedergeburt glauben, ist es von großer Bedeutung, dass sich ihre Seele – das Atman – vom Körper lösen kann. Deshalb wird der Schädel des Verstorbenen eingeschlagen, um dem Atman die Möglichkeit zu geben, zu entweichen. Anschließend wird der Verstorbene auf einem Scheiterhaufen eingeäschert. Dies geschieht in der Regel auf einem öffentlichen Platz. Nach Tradition wird das Feuer hierbei von dem erstgeborenen Sohn entzündet. Nach drei Tagen wird die Asche dann in Indiens heiligen Fluss Ganges oder in ein anderes Gewässer gestreut. Eine Beisetzung in der Erde ist ebenfalls möglich.

In Deutschland nur bedingt möglich: Bestattungen im Hinduismus

Einige der Bestattungsrituale im Hinduismus mögen sehr befremdlich auf uns wirken, ergeben jedoch im hinduistischen Glauben natürlich Sinn. Einige Praktiken – wie zum Beispiel die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen – sind in Deutschland so nicht gestattet. Daher greifen gläubige Hindus in der Regel auf die Einäscherung im Krematorium zurück.

Bestattung Hinduismus